Ich habe Suck it Up ™ - Hole Them All als lockeres Casual-Spiel ausprobiert und war zunächst überrascht, wie schnell das Grundprinzip verständlich ist: Ein schwarzes Loch bewegt sich über eine Fläche und saugt Gegenstände ein. Mehr muss man für den Einstieg kaum wissen. Genau darin liegt die Stärke des Spiels, aber auch seine Grenze. Es ist kein Titel, der mich mit komplexen Regeln oder einer langen Geschichte beschäftigt, sondern einer für kurze Pausen, in denen ich ohne große Vorbereitung ein paar Runden spielen möchte.
Mein Gesamteindruck fällt deshalb gemischt, aber grundsätzlich positiv aus. Die Idee ist unmittelbar zugänglich, die Steuerung wirkt auf einem Smartphone passend, und das Spiel verlangt keine lange Einarbeitung. Gleichzeitig bleibt der Reiz stark davon abhängig, ob man Freude an wiederholbaren, einfachen Aufgaben hat. Wer ständig neue Systeme, taktische Tiefe oder eine ausgearbeitete Kampagne sucht, wird hier wahrscheinlich zu wenig Abwechslung finden.
Ein einfaches Spielprinzip, das sofort funktioniert
Der Kern von Schwarzes-Loch-Spiel ist angenehm direkt. Ich muss nicht erst eine Figur ausrüsten, eine Weltkarte verstehen oder mehrere Menüs durchgehen. Stattdessen konzentriere ich mich auf die Fläche vor mir und darauf, möglichst viele passende Objekte in das Loch zu bekommen. Diese klare Aufgabe macht den Titel besonders geeignet für Momente, in denen ich nur wenige Minuten Zeit habe.
Gerade auf einem Telefon ist diese Reduktion sinnvoll. Ein Spiel, das seine wichtigste Handlung sofort erklärt, fühlt sich unterwegs besser an als ein umfangreiches Abenteuer, das erst nach mehreren Minuten richtig beginnt. Ich kann das Gerät in die Hand nehmen, kurz spielen und wieder aufhören, ohne das Gefühl zu haben, einen komplizierten Spielfortschritt unterbrechen zu müssen.
Die Bezeichnung „Suck it Up“ beschreibt dabei nicht bloß eine lustige Idee, sondern tatsächlich die zentrale Handlung. Der Reiz entsteht aus dem Beobachten der Umgebung und dem Versuch, das Loch so zu bewegen, dass die erreichbaren Gegenstände sinnvoll eingesammelt werden. Das wirkt zunächst fast meditativ. Mit der Zeit achte ich aber stärker auf Reihenfolge und Position, weil nicht jede Bewegung gleich nützlich ist.
Das ist einer der interessanteren Punkte: Auch wenn die Oberfläche simpel wirkt, spiele ich nicht völlig gedankenlos. Ich überlege, welchen Bereich ich zuerst ansteuere und ob ich eine günstige Position für die nächsten Objekte erreiche. Diese kleinen Entscheidungen ersetzen keine große Strategie, geben den einzelnen Abschnitten aber etwas mehr Gewicht als ein reines Wischspiel.
Warum die ersten Runden so zugänglich sind
Für Einsteiger ist der Titel besonders freundlich, weil das Ziel visuell leicht zu erkennen ist. Ich muss keine langen Texte lesen, bevor ich loslegen kann. Das macht ihn auch für Menschen interessant, die mit komplexen Mobile-Games wenig anfangen können oder einfach ein Spiel ohne umfangreiche Lernphase suchen.
Die Einstufung „USK ab 0 Jahren“ passt zu diesem Eindruck. Inhaltlich richtet sich das Spiel nicht an ein erwachsenes Publikum mit düsterer Handlung oder harter Action, sondern an alle, die ein harmloses Geschicklichkeits- und Sammelprinzip mögen. Trotzdem würde ich jüngeren Kindern nicht automatisch ein völlig unbeaufsichtigtes Spielen empfehlen, weil bei kostenlosen Spielen andere Punkte wie Bildschirmzeit und mögliche Käufe weiterhin eine Rolle spielen.
Das Spiel ist kostenlos erhältlich. Das senkt die Einstiegshürde deutlich, verlangt aber eine bewusste Haltung gegenüber den angebotenen Käufen. Im Google-Play-Abrechnungssystem reicht die Spanne von 0,49 € bis 99,99 €. Für mich ist das ein wichtiger Hinweis: Wer das Spiel einem Kind überlässt oder auf einem gemeinsam genutzten Gerät installiert, sollte die Kaufmöglichkeiten im Blick behalten und nicht einfach davon ausgehen, dass „kostenlos“ keinerlei finanzielle Relevanz bedeutet.
Die kleinen Entscheidungen machen den Unterschied
Mein nützlichster Tipp ist, nicht sofort jedem sichtbaren Objekt hinterherzufahren. In den ersten Momenten lohnt es sich, die gesamte Fläche kurz zu lesen. Ein direkter Weg kann zwar schnell aussehen, aber eine andere Reihenfolge kann mehrere Objekte nacheinander erreichbar machen. Dadurch fühlt sich die Bewegung kontrollierter an, und ich vermeide unnötige Richtungswechsel.
Ein zweiter Tipp betrifft die eigene Spielweise: Ich würde nicht versuchen, jede Runde mit maximalem Tempo zu absolvieren. Bei einem Spiel wie diesem ist Geschwindigkeit nicht automatisch dasselbe wie gutes Spielen. Wenn ich mich kurz orientiere und die Bewegung sauber plane, wirkt der Ablauf ruhiger und ich mache weniger Fehler. Das ist besonders hilfreich, wenn ich gerade nicht nur abschalten, sondern mich ein wenig konzentrieren möchte.
Ein dritter, eher unscheinbarer Vorteil ist die niedrige mentale Belastung. Nach einem langen Arbeitstag kann ich ein Spiel mit vielen Aufgaben, Dialogen und Fortschrittsbildschirmen als anstrengend empfinden. Hier bleibt die Entscheidung auf das Wesentliche beschränkt: wohin bewegen, was einsammeln, wie den verfügbaren Raum nutzen. Für eine kurze Pause ist das oft angenehmer als ein umfangreicheres Casual-Spiel.
Wo der Reiz nachlässt
Die größte Schwäche liegt für mich in der begrenzten Tiefe des Grundprinzips. Was am Anfang erfrischend klar wirkt, kann nach mehreren Sitzungen vorhersehbar werden. Das Einsaugen der Gegenstände bleibt zwar befriedigend, doch die Handlung selbst verändert sich nicht grundlegend. Wer seine Spiele vor allem wegen neuer Mechaniken, überraschender Wendungen oder langfristiger Entwicklung spielt, wird vermutlich bald nach mehr suchen.
Auch die Motivation ist stark vom persönlichen Geschmack abhängig. Manche Spieler mögen genau diese Wiederholung, weil sie vertraut und entspannend ist. Ich selbst brauche dagegen gelegentlich einen deutlicheren Grund, weiterzuspielen. Wenn ein Abschnitt abgeschlossen ist, möchte ich spüren, dass sich meine Möglichkeiten erweitern oder dass eine neue Herausforderung auf mich wartet. Bei einem bewusst einfachen Casual-Titel ist dieser Wunsch nicht immer erfüllt.
Die kostenlose Struktur kann ebenfalls zur Reibung führen. Ich finde es grundsätzlich fair, ein Spiel ohne Kaufpreis ausprobieren zu können, aber die vorhandenen In-App-Käufe bedeuten, dass ich beim Spielen aufmerksam bleiben muss. Besonders bei einem Titel, der auf kurze, wiederholte Sitzungen ausgelegt ist, können kleine Kaufangebote schnell Teil des Nutzungserlebnisses werden. Für mich ist das kein automatisches Ausschlusskriterium, aber es gehört zur Entscheidung dazu.
Wer ein vollständig werbefreies oder besonders ruhiges Erlebnis erwartet, sollte vor der Installation seine eigenen Ansprüche prüfen. Ich würde den Titel nicht als Ersatz für ein sorgfältig gestaltetes Premium-Spiel betrachten. Seine Stärke ist die schnelle Zugänglichkeit, nicht eine besonders ausgearbeitete Präsentation oder ein umfangreiches System aus langfristigen Entscheidungen.
Für wen die Alternative besser sein kann
Im Vergleich zu klassischen Match-3-Spielen bietet dieses Spiel weniger Kombinationsplanung, dafür eine unmittelbarere räumliche Aufgabe. Ich muss keine Farbmuster aufbauen und keine langen Ketten vorbereiten. Wenn ich lieber über Bewegung und Position nachdenke, ist das schwarze Loch die interessantere Wahl. Wer dagegen Punkte durch Kombos, Spezialsteine und ständig wechselnde Brettziele sammelt, wird mit einem herkömmlichen Match-3-Titel wahrscheinlich länger beschäftigt sein.
Gegenüber Endless-Runnern fühlt sich der Ablauf weniger hektisch an. Ich muss nicht dauerhaft auf Hindernisse reagieren oder eine Figur im richtigen Moment springen lassen. Das macht den Titel angenehmer für Spieler, die Reflexdruck vermeiden möchten. Dafür fehlt ihm der Nervenkitzel, der bei einem Runner durch zunehmendes Tempo und knappe Ausweichmanöver entsteht.
Auch Puzzle-Spiele mit ausgeprägten Levelregeln bieten meist mehr Denkarbeit. Dort kann ein einzelner Zug den gesamten Lösungsweg verändern. Hier bleibt die Herausforderung näher an einer geschickten Navigation und dem effizienten Einsammeln. Für eine kurze Ablenkung ist das ein Vorteil; für ein konzentriertes Rätselerlebnis eher nicht.
Mein konkretes Alltagsszenario sieht so aus: Ich sitze im Wartezimmer, habe nur wenige Minuten und möchte weder einen Film anfangen noch ein Spiel mit einer längeren Handlung öffnen. Dann passt der Titel gut. Ich kann mich auf eine kurze Runde konzentrieren und danach ohne großen Bruch aufhören. Für eine längere Zugfahrt, bei der ich mehrere Stunden Unterhaltung suche, würde ich dagegen zusätzlich ein Spiel mit mehr Inhalt einpacken.
Technischer Rahmen und Alltagstauglichkeit
Die aktuelle Version ist 1.41.0 und läuft ab Android 6.0. Damit richtet sich der Titel nicht ausschließlich an Besitzer neuer Geräte. Für die Kaufentscheidung ist das praktisch, weil ein älteres Android-Smartphone nicht automatisch ausgeschlossen wird. Trotzdem hängt die tatsächliche Erfahrung natürlich davon ab, wie flüssig das eigene Gerät läuft und wie angenehm die Bedienung auf dem jeweiligen Bildschirm ist.
Entwickelt wird das Spiel von Tactile Games. Der Titel hat im Play-Store-Umfeld eine durchschnittliche Bewertung von 3,6 bei rund 7.000 Bewertungen und kommt auf über 500.000 Installationen. Diese Größenordnung zeigt mir, dass das Spiel eine erkennbare Zielgruppe erreicht, aber nicht mit der Reichweite eines der ganz großen Mobile-Hits gleichgesetzt werden sollte. Die Bewertung passt zu meinem Eindruck: Das Grundkonzept funktioniert, wird aber nicht jeden Spieler dauerhaft überzeugen.
Die Zahl der Rezensionen liegt bei etwas über hundert. Ich würde einzelne Meinungen dort nicht isoliert als endgültiges Urteil verwenden, sondern eher auf wiederkehrende Muster achten. Bei diesem Spiel ist besonders wichtig, ob man kurze, einfache Runden sucht oder nach wenigen Minuten bereits mehr Komplexität erwartet. Derselbe Aufbau kann für die eine Person angenehm klar und für die andere zu dünn sein.
Für die Bedienung empfehle ich, das Telefon nicht zu weit vom Gesicht entfernt zu halten und die Bewegungen bewusst auszuführen. Bei einem Spiel, dessen Erfolg an räumlicher Positionierung hängt, können ungenaue Eingaben stärker auffallen als bei einem reinen Tipptitel. Ich würde außerdem nicht nebenbei mit sehr vielen anderen Aufgaben spielen, wenn ich die bestmögliche Kontrolle möchte. Die Mechanik ist leicht, aber nicht völlig frei von Konzentrationsbedarf.
Die richtige Erwartung an Fortschritt und Motivation
Ein häufiger Fehlkauf bei Casual-Spielen entsteht nicht wegen schlechter Qualität, sondern wegen falscher Erwartung. Ich würde hier nicht mit der Vorstellung starten, eine große Geschichte oder ein tiefes Aufbausystem zu bekommen. Der Titel lebt von seinem unmittelbaren Ablauf. Wenn mir das Einsammeln selbst Spaß macht, kann ich damit regelmäßig kurze Pausen füllen. Wenn ich dagegen vor allem langfristige Ziele brauche, wird die anfängliche Neugier wahrscheinlich nicht ausreichen.
Ich sehe das Spiel deshalb eher als kleine Zwischenbeschäftigung denn als mein einziges Mobile-Spiel. Es eignet sich gut, um Wartezeiten zu überbrücken oder den Kopf kurz von einer Aufgabe wegzubekommen. Für längere Abende würde ich persönlich zu einem Puzzle-Spiel mit stärkerer Entwicklung, einem Match-3-Spiel mit mehr Systemen oder einem Premium-Titel ohne den typischen Druck kostenloser Mobile-Angebote greifen.
Für Kinder und Familien kann die einfache Idee attraktiv sein, weil keine komplizierte Steuerung erklärt werden muss. Erwachsene sollten aber darauf achten, ob die wiederholte Struktur zum Alter und zur gewünschten Bildschirmzeit passt. Die niedrige Altersfreigabe sagt etwas über die inhaltliche Harmlosigkeit aus, nicht darüber, wie lange jemand spielen sollte oder wie man mit Käufen umgeht.
Ein weiterer praktischer Tipp: Ich würde vor dem Spielen festlegen, ob ich nur eine kurze Pause überbrücken oder bewusst länger spielen möchte. Das klingt banal, hilft bei kostenlosen Casual-Titeln aber tatsächlich. Ohne klare Grenze kann aus einer einzelnen Runde leicht eine längere Folge ähnlicher Abschnitte werden, obwohl der Unterhaltungswert nicht im selben Maß steigt.
Mein Urteil zu Suck it Up ™ - Hole Them All
Nach meinem Test bleibt vor allem ein klares Bild: Dieses Spiel ist dann gut, wenn ich ein unkompliziertes schwarzes Loch steuern und Gegenstände einsammeln möchte, ohne mich in Regeln, Geschichte oder komplizierte Menüs einzuarbeiten. Die direkte Idee, die niedrige Einstiegshürde und die kurze Spielweise machen es zu einer brauchbaren Wahl für kleine Pausen.
Seine Schwächen liegen genau dort, wo seine Stärke beginnt. Die Einfachheit kann entspannen, aber sie kann auch schnell monoton wirken. Die kostenlose Verfügbarkeit ist praktisch, wird jedoch durch In-App-Käufe ergänzt, sodass ich beim Einsatz auf einem Familiengerät vorsichtig wäre. Und wer eine langfristige Motivation oder anspruchsvolle Rätsel sucht, findet in anderen Casual-Spielen wahrscheinlich die bessere Ergänzung.
Ich empfehle den Titel vor allem Spielern, die kurze, visuell verständliche Runden mögen und Freude daran haben, Bewegungen auf einer Fläche geschickt zu planen. Für diese Zielgruppe ist das Spiel angenehm direkt und ohne unnötige Einstiegshürden. Ich würde es dagegen überspringen, wenn ich gerade ein tiefes Puzzle, eine umfangreiche Kampagne oder ein völlig kaufdruckfreies Premium-Erlebnis suche.
Unterm Strich ist meine klare Empfehlung: ausprobieren, aber mit realistischen Erwartungen. Der kostenlose Einstieg macht das leicht, und das Grundprinzip ist schnell verstanden. Ob daraus ein dauerhaftes Lieblingsspiel wird, entscheidet weniger die Technik als die eigene Toleranz gegenüber Wiederholung. Für eine kurze Ablenkung funktioniert es bei mir gut; als einziges Spiel auf dem Smartphone wäre es mir auf Dauer zu begrenzt.









